03.03.2026

AA Plus Pamwamba – unser Micro-Lot aus dem Thyolo District, Malawi

Von Maria Wittig
AA Plus Pamwamba – unser Micro-Lot aus dem Thyolo District, Malawi

Wenn man an afrikanischen Kaffee denkt, kommen sofort Kenia oder Äthiopien in den Sinn: spritzige Zitrusnoten, florale Aromen, lebendige Säure. Malawi hingegen bricht mit diesen Erwartungen. Die Kaffees des kleinen Binnenstaates überraschen durch eine schwere, komplexe und süße Fülle.

Malawi auf einen Blick: Klein, gebirgig, einzigartig

Malawi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas – gerade einmal ca. 118.000 km², etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. Eingeklemmt zwischen Sambia, Tansania und Mosambik, ist das Land geografisch unscheinbar. Doch für Kaffee-Liebhaber zählt vor allem das Great Rift Valley, das sich wie ein Adernsystem durch das Land zieht. Die Höhenunterschiede sind enorm: Während das Ufer des Malawisees bei etwa 470 Metern liegt, wachsen die besten Kaffees in den Misuku Hills im Norden auf über 2.500 Metern – eine der höchsten Anbauregionen weltweit. Diese Höhe bringt langsames Wachstum, perfekte Sonneneinstrahlung und kühle Nächte – ideale Voraussetzungen für dichte, aromatisch komplexe Bohnen.

AA, AA Plus und das „Kenianische Erbe“

Kaffeekenner stoßen bei Malawi auf bekannte Bezeichnungen wie AA oder AB. Der Grund: Malawi hat das kenianische Graduierungssystem übernommen, das ursprünglich die Bohnen nach Größe sortiert.

  • AA: Die größten Bohnen (Screen 17/18, ca. 7,2 mm Durchmesser). Gleichmäßiger Röstung, oft von den kräftigsten Pflanzen.

  • AA Plus (+): Ein Qualitätssiegel zusätzlich zur Größe. Die Charge hat in der Tasse (Cupping) außergewöhnlich abgeschnitten – komplexere Säure, besondere Süße.

  • AB: Mischung aus Screen 15/16. Kleinere Bohnen, oft intensiver im Geschmack.

Unterschied zu Kenia: Kenianische AAs glänzen durch ihre lebhafte, manchmal spritzige Säure. Malawische AAs hingegen sind meist weich, ausgewogen, süß und vollmundig.

Die Varietäten: Geisha, Nyasa, Catimor & SL28

Malawi bietet eine spannende Bandbreite an Varietäten:

Geisha: Bereits seit den 1960er Jahren kultiviert, lange bevor Panama den Hype startete. Malawische Geishas sind weniger „parfümig“, dafür honigsüß und körperreich.

Nyasa: Lokale Typica-Selektion. Empfindlich gegenüber Krankheiten, aber in hohen Lagen der Misuku Hills liefert sie eine außergewöhnliche Tassenklarheit.

Catimor: Eine Hybridvarietät aus Timor und Caturra, gezüchtet für hohe Krankheitsresistenz und stabile Erträge. In Malawi weit verbreitet, liefert sie robuste Bohnen mit mittlerem Körper und leichter Fruchtsüße – perfekt für größere Produktionsmengen.

SL28: Die legendäre kenianische Sorte, die in Malawi in ausgewählten Lagen kultiviert wird. Bekannt für komplexe Säure, Beerigkeit und Eleganz. SL28 bringt malawischen Kaffees eine erfrischende, lebendige Dimension, die sich perfekt mit den weicheren, süßeren Bohnen wie Nyasa oder Geisha ergänzt.

Produktion: Estates vs. Smallholder

Die Kaffeeproduktion in Malawi ist zweigeteilt:

Große Estates (Süden): Unternehmen wie Sable Farms oder Pamwamba produzieren auf riesigen Flächen, oft im Schatten von Macadamia-Bäumen. Hier entstehen extrem konstante Qualitäten, perfekt für Premium-Espresso-Blends.

Smallholder Kooperativen (Norden): Rund um Mzuzu organisieren sich Kleinbauern. Micro-Lots entstehen, handverlesen und wettbewerbsfähig. Diese Kaffees sind oft die aufregendsten Entdeckungen für Spezialitätenröster.

Sensorik: Wie schmeckt unser AA Plus Pamwamba aus Malawi?

Unser AA Plus Pamwamba stammt aus dem Southern Thyolo District, einer der traditionsreichsten Anbauregionen des Landes. Die Plantagen liegen zwischen 920 und 1.100 m Höhe, in hügeligen Tälern mit fruchtbaren Böden und teilweise erhaltenem einheimischen Wald. Die Varietäten sind Catimor und SL28 und die Bohnen sind washed aufbereitet. In der Tasse zeigt sich ein komplexes Profil: Noten von schwarzem Tee, Muskat und dunkler Schokolade verbinden sich zu einem intensiven Körper. Die Süße ist dezent, die Säure mild – ein ausgewogener Kaffee für alle, die feinen Geschmack ohne übertriebene Säure suchen.

Es sind nur noch zwei Säcke des Micro-Lot verfügbar – so lange der Vorrat reicht. Erhältlich im Espresso-Ausschank in Tempelhof sowie online.